Massiv bauen mit Steinen

Massiv bauen mit Lehmsteinen

Generell besteht ein Massivhaus aus Bauteilen großer Masse. Das liegt daran, dass die Konstruktion und Stabilität eines Massivhauses ausschließlich auf Druckkräften beruht.

Ein Steinhaus wird immer aus massivem Mauerwerk errichtet, welches nicht nur die tragende Struktur bildet, die alle Kräfte sicher aufnehmen und in das Fundament ableiten muss. Es kann auch die Außenhaut der Gebäude darstellen!

Mit Sichtmauerwerk, verputzt oder mit Schalungen anderer Materialien (wie Holz oder Naturstein) versehen, haben Steinhäuser ein ganz individuelles Erscheinen. Typisch für sie sind ihre geschlossenen Fassaden mit eher schmalen und hohen Öffnungen.

Wichtig für ein Haus in Massivbauweise sind die tragenden Innenwände, die aus dem selben Material wie die Außenwände gefertigt werden müssen. Sie sind unverzichtbar, da sie dem Mauerwerk die nötige Aussteifung geben. Decken werden ebenfalls massiv, meistens als Betonfertigteile oder als Elementdecken mit Ortbeton, ausgeführt.

Für den Massivbau lassen sich klein- und großformatige Steine verwenden. Dabei spielen immer mehr die großformatigen Systemsteine eine Rolle, wenn es um schnelles und kostengünstiges Bauen geht.

Auch im Massivbau geht der Trend zu Fertigteilen. Neben den großformatigen Systemsteinen werden auch ganze Mauerwerkswandteile vorgefertigt, die wetterunabhängig in Fertigungshallen gebaut und dann schnell, präzise und zum richtigen Zeitpunkt auf der Baustelle zusammengesetzt werden.

Der Systemgedanke im Hausbau versucht vom Keller bis zum Dach durch teils vorgefertigte, aber auch vor Ort zusammensetzbare Systemelemente den Hausbau zu vereinfachen, Kosten zu reduzieren und eine Rundumlösung zu bieten, die viel Eigenleistung ermöglicht.

Doch es gilt die Regel, je mehr System und Fertigteile, um so geringer ist die Individualität und Flexibilität !

Massiv bauen mit Lehm

Eine 4000 Jahre alte Bauweise erlebt derzeit eine Renaissance. Die Lehmbauweise. Was früher als Armeleute – Baustoff galt, avanciert nun, dank modernster Untersuchungen und Bautechniken, zu einem angesehenen und angenehmen Baumaterial mit vielen guten Eigenschaften. Vor allem wegen des steigendenden Trends zu nachhaltigem und ökologischem Bauen werden wieder vermehrt Baustoffe aus Lehm und Holz verwendet. Da bei der Herstellung des Rohstoffes kein Kohlendioxid anfällt und dem Lehm nur Organische und mineralische Stoffe zugemischt werden und Lehm immer wieder verwendet werden kann, leistet diese Bauweise, wie die Holzbauweise, einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz.


Es gibt verschiedene Arten mit Lehm zu bauen.

Man kann mit Lehmbausteinen ein Mauerwerk errichten und verputzen, Holzkonstruktionen mit Lehm und Holzschnitzeln ausfachen, mit Stroh und Lehm dämmen und verputzen oder mit Stampflehmtechnik beliebig ausgeformte Wände bauen. Lehm und Holz sind wie für einander geschaffen. Holz wird, wenn es von Lehm umschlossen ist, konserviert, ausgetrocknet und kann somit nicht faulen.

Mit Lehmbausteinen (sehr bekannt in Paraguay) und mit Stampflehm errichtet man sehr massive Baukörper, da hier wie beim Massivbau nur Druckkräfte auftreten können und Lehm, verglichen mit anderen Massivbaumaterialien, eine sehr geringe Festigkeit besitzt.

Unschlagbar sind Lehmwände durch ihre sehr guten raumklimatischen Eigenschaften, die man unter anderem ihrer Dicke und Massivität verdankt. Im Sommer bleibt es angenehm kühl, egal wie lange es draußen heiß ist. Im Winter hat man mit den Lehmwänden einen idealen Wärmepuffer. Lehm reguliert die Raumfeuchte und hat sehr gute Dämmeigenschaften. Da Lehm sehr schwer und nicht brennbar ist, bietet er beste Brand- und Schallschutzeigenschaften.

Eine Stampflehmwand besticht durch ihre streifige Oberflächenstruktur und Farbe. Gerade die sehr massive und monolithische Art des Stampflehms beflügelt die gestaltungswilligen Hausbauer. Selbstbauer lässt Lehm die Herzen höher schlagen, denn mit Lehm kann (und sollte) man fast alles selber machen. Weil Lehm überall vorkommt und oft sogar beim Erdaushub brauchbarer Lehm anfällt, ist er auch noch sehr billig zu bekommen.

Weitere Eigenschaften eines Massivhauses sind guter Schall- und Brandschutz, geringe Setzung, kaum Schwinden bei Feuchteschwankungen und stabile Innenraumtemperatur im Sommer. Kein schnelles Überhitzen, wenn es im Sommer mal heiß wird. Erst nach langer Hitzeperiode heizt sich das Massivhaus auf, dann kühlt es aber auch langsamer wieder aus. Was wiederum gut ist, wenn es in den Herbst geht.

Mögliche Materialien sind Ziegelsteine, porosierte Planziegel, Naturstein, Kalksandstein, Blähtonsteine/wände (Leichtbeton), zementgebundene Holzspansteine (Holzspanbeton), Ziegelsplittbeton.

Beim Massivhaus gibt es die Wahl zwischen der Ausführung als Architektenhaus, schlüsselfertig, Ausbauhaus und Rohbauhaus.

Sollten Sie noch Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfuegung.